
Der Osttiroler Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen zehn Jahren stark verbessert. Mit einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent im Jahr 2025 zählt der Bezirk Lienz heute zu den stärkeren Regionen Tirols. Gleichzeitig wächst jedoch die Sorge um den zunehmenden Arbeits- und Fachkräftemangel. Vertreter von AMS, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Innos und OIG warnten bei einer Pressekonferenz vor den Folgen von Überalterung und Abwanderung.
Besonders problematisch ist die Abwanderung junger Menschen, vor allem von Frauen. Gleichzeitig ist der Anteil ausländischer Beschäftigter mit 9,2 Prozent deutlich niedriger als im Tiroler Durchschnitt. Innos-Geschäftsführerin Barbara Hassler betonte daher die Notwendigkeit von Zuzug. Das AMS verweist darauf, dass der Arbeitsmarkt weitgehend ausgeschöpft sei und künftig alle verfügbaren Arbeitskräfte stärker eingebunden werden müssten. 2025 gab es durchschnittlich 435 sofort verfügbare offene Stellen.
Der demografische Wandel zeigt sich deutlich: Die Zahl der Beschäftigten über 50 Jahre stieg seit 2015 um 43 Prozent, während jene der unter 25-Jährigen um 15 Prozent sank. Um junge Menschen für regionale Arbeitgeber zu gewinnen, findet am 12. und 13. Juni die Jobmesse Osttirol in Nußdorf-Debant statt. Dort präsentieren Unternehmen konkrete Stellenangebote.
Als wichtigste Jobmotoren gelten Industrie und produzierendes Gewerbe, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialbereich. Gleichzeitig bestehen große Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei Branchenwahl und Arbeitszeit. Um den Fachkräftemangel zu bewältigen, setzen die Verantwortlichen auf Rückkehrer, Zuwanderung, Digitalisierung, Automatisierung sowie altersgerechte Arbeitsplätze. Das Ziel: Osttirol als attraktiven Lebens- und Arbeitsraum sichern.
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